Praxis-Ressource

Die häufigsten
Audit-Findings.

Acht Klassiker, die in SAP-Berechtigungs-Audits immer wieder auftauchen – mit Risiko-Einordnung und konkretem Lösungsweg. Erkennen Sie etwas wieder?

  1. 01

    &NC& und S_TABU_DIS zu breit vergeben

    Problem

    Tabellenzugriffe werden über grobe Berechtigungsgruppen gesteuert. Wer eine Gruppe erhält, sieht oft hunderte Tabellen – die Gruppe &NC& sogar tausende unklassifizierte.

    Risiko

    Unkontrollierter Zugriff auf sensible Daten (z. B. USR02 mit Passwort-Hashes), klassisches Audit-Finding.

    Behebung

    Auf S_TABU_NAM umstellen, &NC& aus Produktivsystemen heraushalten, Gruppen schlank halten und regelmäßig prüfen.

    Vertiefung: S_TABU_DIS: Relikt mit Risiko
  2. 02

    S_RFCACL über SAP_ALL / ungesicherte Trusted-RFCs

    Problem

    Das hochsensible Objekt S_RFCACL landet pauschal in SAP_ALL oder Trusted-RFC-Beziehungen sind zu weit gefasst.

    Risiko

    Lateral Movement über Systemgrenzen hinweg – ein Einfallstor, das Prüfer als nicht akzeptabel einstufen.

    Behebung

    S_RFCACL nicht über SAP_ALL vergeben, sondern über gezielte Rollen mit präzisen Feldwerten (SysID, Mandant, User).

    Vertiefung: Customizing für SAP-Berechtigungen
  3. 03

    Notfalluser ohne Protokollierung

    Problem

    Firefighter- bzw. Notfalluser existieren, aber ihre Nutzung wird nicht begründet, protokolliert oder nachträglich geprüft.

    Risiko

    Kritische Aktionen lassen sich im Nachhinein keiner Person zuordnen – wiederkehrende Revisionsfeststellung.

    Behebung

    Klarer Firefighter-Prozess mit Begründung, lückenloser Protokollierung und regelmäßigem Review.

    Vertiefung: Tatort SAP-Berechtigungen: Der unsichtbare Einbruch von innen
  4. 04

    Inaktive Benutzer (Dormant Accounts)

    Problem

    Über Jahre sammeln sich Konten an, die niemand mehr nutzt – Praktikanten, Projekt-IDs, alte Service-User.

    Risiko

    Unnötige Lizenzkosten und unkontrollierte, potenziell übernehmbare Konten.

    Behebung

    Inaktive Konten automatisiert erkennen, Gültigkeit beenden und sperren – mit Bordmitteln, ohne Zusatzsoftware.

    Vertiefung: RSUSR_LOCK_USERS: Dormant Accounts bereinigen, Risiken senken und die Lizenzvermessung seriös vorbereiten
  5. 05

    Unbereinigte SoD-Konflikte

    Problem

    Funktionstrennung wird erst kurz vor dem Go-Live betrachtet – die Rollen enthalten dann längst Konflikte.

    Risiko

    Verstöße gegen Funktionstrennung, Angriffsfläche für Fehler und Betrug, Findings im Jahresabschluss.

    Behebung

    SoD von Anfang an mitdenken, Konflikte sichtbar machen und bereinigen, Restkonflikte mit dokumentierten Kontrollen absichern.

    Vertiefung: Greenfield gone wrong: Warum viele Berechtigungskonzepte schon beim Start scheitern
  6. 06

    Überbreite Rollen durch ungeprüfte SU24-Übernahme

    Problem

    Vorschlagswerte aus der SU24 werden ungeprüft übernommen – inklusive Komfortpfaden und Nebenwegen.

    Risiko

    Überberechtigungen, die im Audit auffallen und das Least-Privilege-Prinzip verletzen.

    Behebung

    Rollen trace-gestützt am tatsächlichen Bedarf ausrichten, „False Friends“ konsequent als Rauschen einstufen.

    Vertiefung: Trace-Rauschen im Berechtigungstrace: False Friends erkennen, sauber entscheiden
  7. 07

    Schwache Passwort-Hashverfahren

    Problem

    Aus Abwärtskompatibilität werden veraltete Hashverfahren (z. B. das MD5-basierte BCODE) mitgeführt.

    Risiko

    Alte BCODE-Hashes lassen sich mit überschaubarem Aufwand knacken – ein reales Sicherheitsrisiko.

    Behebung

    Auf CODVN H (gesalzener, iterierter SHA) umstellen, alte BCODE-/Downward-Hashes ablösen, Leserechte auf USR02 maximal einschränken.

    Vertiefung: Wie ich bei meinem eigenen User eingebrochen bin
  8. 08

    RESPAREA pauschal auf „*“

    Problem

    Verantwortungsbereiche im Controlling werden mit Sternwerten vergeben, statt entlang fachlich definierter Knoten.

    Risiko

    Führungskräfte erhalten Einblick in weit mehr Daten als nötig; im Audit kaum nachvollziehbar.

    Behebung

    RESPAREA bewusst entlang der Standardhierarchie modellieren, Stammdaten sauber pflegen, Werte eng fassen.

    Vertiefung: RESPAREA in SAP: Verantwortungsbereiche fachlich sauber absichern und technisch richtig umsetzen

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