Referenz

Kritische SAP-
Berechtigungen.

Die sensibelsten Berechtigungsobjekte, Profile und Einstellungen – mit Risiko und konkreter Empfehlung. Durchsuchen, filtern und im Audit gezielt prüfen.

SAP_ALL

kritisch

Sammelprofil · Generalschlüssel & Profile

Wirkung

Enthält praktisch alle Berechtigungen des Systems – der berühmte „Generalschlüssel“.

Risiko

Vollzugriff inklusive aller kritischen Objekte; ein einziges Profil hebelt jedes Konzept aus.

Empfehlung

Nie dauerhaft an Dialognutzer. Nur befristet, protokolliert und über ein Notfalluser-Konzept.

Im Lexikon nachschlagen

SAP_NEW

hoch

Sammelprofil · Generalschlüssel & Profile

Wirkung

Öffnet Berechtigungen für neu hinzugekommene Prüfungen nach Releasewechseln.

Risiko

Hebelt nach Upgrades gezielt neue Schutzmechanismen aus, wenn es zugewiesen bleibt.

Empfehlung

Im Produktivsystem nicht zuweisen; neue Prüfungen kontrolliert über SU25/SU24 nachziehen.

S_TABU_DIS

hoch

Berechtigungsobjekt · Tabellenzugriff · Felder: DICBERCLS, ACTVT

Wirkung

Tabellenpflege über grobe Berechtigungsgruppen (SM30/SM31 & Co.).

Risiko

Eine Gruppe umfasst oft hunderte Tabellen – inkl. sensibler wie USR02; die Gruppe &NC& sogar tausende unklassifizierte.

Empfehlung

Auf S_TABU_NAM umstellen, &NC& aus Produktivsystemen heraushalten, Gruppen schlank halten.

Im Lexikon nachschlagen

S_TABU_NAM

mittel

Berechtigungsobjekt · Tabellenzugriff · Felder: TABLE, ACTVT

Wirkung

Tabellenzugriff feingranular direkt je Tabelle statt über Gruppen.

Risiko

Deutlich transparenter, bei Schreibrechten auf sensible Tabellen aber weiterhin kritisch.

Empfehlung

Gezielt je benötigter Tabelle vergeben; Schreibzugriff (ACTVT 02) eng fassen.

Im Lexikon nachschlagen

S_TABU_CLI

kritisch

Berechtigungsobjekt · Tabellenzugriff · Felder: CLIIDMAINT

Wirkung

Pflege mandantenübergreifender (cross-client) Tabellen.

Risiko

Änderungen wirken über alle Mandanten hinweg – schwerwiegend und schwer nachvollziehbar.

Empfehlung

Nur an wenige Basis-Verantwortliche, getrennt vom normalen Customizing.

S_RFC

hoch

Berechtigungsobjekt · RFC & Schnittstellen · Felder: RFC_TYPE, RFC_NAME, ACTVT

Wirkung

Berechtigung, RFC-Funktionsbausteine remote aufzurufen.

Risiko

Weit offen (z. B. RFC_NAME=*) öffnet Schnittstellen und Funktionsumfang weit über das Nötige.

Empfehlung

Auf konkrete Funktionsgruppen begrenzen; UCON/Allowlist nutzen; keine Wildcards.

S_RFCACL

kritisch

Berechtigungsobjekt · RFC & Schnittstellen · Felder: RFC_SYSID, RFC_CLIENT, RFC_USER

Wirkung

Steuert Trusted-RFC-Beziehungen zwischen Systemen.

Risiko

Mit Wildcards Lateral Movement über Systemgrenzen – ein von Prüfern abgelehntes Einfallstor.

Empfehlung

Nicht über SAP_ALL; nur gezielte Rollen mit präzisen Werten (SysID, Mandant, User).

Im Lexikon nachschlagen

S_DEVELOP

kritisch

Berechtigungsobjekt · Entwicklung & Programme · Felder: OBJTYPE, ACTVT

Wirkung

ABAP-Entwicklungsumgebung – von Anzeige bis Anlegen/Ändern; ACTVT 02 = Debuggen mit Replace.

Risiko

Debug-Replace manipuliert Variablen und Berechtigungsprüfungen zur Laufzeit – faktischer Generalschlüssel.

Empfehlung

Im Produktivsystem stark einschränken; Debug-Replace nur kontrolliert und protokolliert.

Im Lexikon nachschlagen

S_PROGRAM

hoch

Berechtigungsobjekt · Entwicklung & Programme · Felder: P_GROUP, P_ACTION (SUBMIT)

Wirkung

Ausführung von ABAP-Reports (SA38/SE38), gesteuert über Programmberechtigungsgruppen.

Risiko

Reports direkt starten umgeht den Transaktionsschutz über S_TCODE vollständig.

Empfehlung

Programme sauber in Berechtigungsgruppen einordnen; SA38/SE38 produktiv stark einschränken.

S_USER_GRP

kritisch

Berechtigungsobjekt · Benutzer- & Rollenverwaltung · Felder: CLASS, ACTVT

Wirkung

Benutzerpflege (SU01/SU10) je Benutzergruppe.

Risiko

Wer Benutzer pflegen darf, kann sich ohne Schutz selbst hochstufen – ein SoD-Kernrisiko.

Empfehlung

Schützenswerte Konten (Admins) eigener Gruppe; Anlegen und Zuordnen trennen.

S_USER_AGR

hoch

Berechtigungsobjekt · Benutzer- & Rollenverwaltung · Felder: ACT_GROUP, ACTVT

Wirkung

Pflege und Zuordnung von Rollen (PFCG).

Risiko

Rollen ändern und zuordnen in einer Hand ist ein klassischer SoD-Konflikt.

Empfehlung

Rollen bauen ≠ Rollen zuordnen; Vier-Augen-Prinzip über getrennte Rollen.

S_USER_PRO

kritisch

Berechtigungsobjekt · Benutzer- & Rollenverwaltung · Felder: PROFILE, ACTVT

Wirkung

Zuordnung von Profilen zu Benutzern.

Risiko

Erlaubt unter Umständen die Zuweisung von SAP_ALL/SAP_NEW – Umgehung des Rollenkonzepts.

Empfehlung

Profilzuordnung strikt begrenzen; kritische Profile gesondert schützen.

S_ADMI_FCD

hoch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: S_ADMI_FCD

Wirkung

Systemadministrationsfunktionen (z. B. Spool, Sperren, Mandantenverwaltung).

Risiko

Bündelt mächtige Basis-Funktionen; weit vergeben ermöglicht unkontrollierte Eingriffe.

Empfehlung

Nur an Basis-Rollen, je Funktion bewusst und einzeln vergeben.

S_RZL_ADM

hoch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: ACTVT

Wirkung

CCMS-/Systemadministration (Instanzen, Profile, Operation Modes).

Risiko

Direkte Eingriffe in Systembetrieb und -konfiguration.

Empfehlung

Auf den Basis-Betrieb beschränken; ändernde Aktivitäten (ACTVT 01/02) eng fassen.

S_LOG_COM

kritisch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: COMMAND, OPSYSTEM, HOST

Wirkung

Ausführung externer Betriebssystem-Kommandos (SM49/SM69).

Risiko

Zugriff bis auf die OS-Ebene des Applikationsservers – sehr weitreichend.

Empfehlung

Nur definierte Kommandos zulassen; kein Anlegen freier Kommandos im Produktivsystem.

S_DATASET

hoch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: PROGRAM, FILENAME, ACTVT

Wirkung

Zugriff auf Dateien im Dateisystem des Applikationsservers (OPEN DATASET).

Risiko

Lesen/Schreiben von Server-Dateien ermöglicht Datenabfluss oder Manipulation.

Empfehlung

Pfade und Programme einschränken; keine generischen *-Pfade vergeben.

S_BTCH_ADM / S_BTCH_JOB

hoch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: BTCADMIN / JOBACTION, JOBGROUP

Wirkung

Verwaltung von Hintergrundjobs, inkl. Ausführung unter fremder Benutzerkennung.

Risiko

Jobs unter fremdem Step-User umgehen Verantwortlichkeit und Funktionstrennung.

Empfehlung

Step-User kontrollieren; S_BTCH_ADM nur für Basis; Job-Steuerung eng fassen.

S_TRANSPRT / S_CTS_ADMI

hoch

Berechtigungsobjekt · System & Betrieb · Felder: TTYPE, ACTVT / CTS_ADMFCT

Wirkung

Transportwesen: Aufträge anlegen, freigeben und importieren (STMS).

Risiko

Import ins Produktivsystem ohne Trennung ist ein Change-Management- und SoD-Risiko.

Empfehlung

Entwickeln, Freigeben und Importieren personell trennen; Importrechte stark begrenzen.

Standardbenutzer (SAP*, DDIC, EarlyWatch, TMSADM)

kritisch

Standardbenutzer · Standardbenutzer & Einstellungen

Wirkung

Technische Standardkonten mit bekannten Default-Passwörtern und weitreichenden Rechten.

Risiko

Bekannte Kennungen und Passwörter sind ein primäres Angriffsziel; SAP* hat zudem eine Sonderrolle im Kernel.

Empfehlung

Default-Passwörter ändern, Konten sperren bzw. Typ ändern, SAP*-Sonderlogik absichern (login/no_automatic_user_sapstar = 1), regelmäßig prüfen (RSUSR003).

Mandanten- & Systemänderbarkeit (SCC4, SE06/SE03)

hoch

Einstellung · Standardbenutzer & Einstellungen

Wirkung

Steuert, ob Mandant und Repository im jeweiligen System änderbar sind.

Risiko

Ein offener Produktivmandant erlaubt direkte Änderungen ohne Transport – ein Auditfinding ersten Ranges.

Empfehlung

Produktivmandant auf „nicht änderbar“ und gegen Customizing sperren; Änderbarkeit nur kontrolliert öffnen.

Auswahl gängiger kritischer Berechtigungen, keine vollständige Liste. Die Bewertung hängt immer vom konkreten System, der Ausprägung und den Org-Werten ab.

Etwas davon im eigenen System?

Wir prüfen Ihre kritischen Berechtigungen und beheben Findings nachhaltig.